EU-Beitrittskandidaten am Westbalkan: Teil 1 - Montenegro

Veröffentlicht am 29. Oktober 2025 um 12:19

Montenegro, ein kleines Land am Westbalkan. Gerade mal knapp über 600.000 Einwohnerinnen und Einwohner bevölkern eine Fläche von 14.000 Quadratkilometern (zum Vergleich: Tirol hat eine Fläche von fast 13.000 Quadratkilometern).

Grundlegend ist festzuhalten, dass der Beitrittsprozess der Westbalkanstaaten generell schwierig, lang und mit vielen Stolpersteinen versehen ist. Im Gegensatz zu den anderen Westbalkanstaaten hat Montenegro bereits alle 35 Verhandlungskapitel eröffnet. Allerdings wurden nur wenige davon vorläufig abgeschlossen.

 

Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Vor allem aufgrund der innenpolitischen Polarisierung zwischen West und Ost. So mischen sich auch Russland, China und Serbien in innenpolitische Fragen ein. Sei dies durch die orthodoxe Kirche, finanzielle Abhängigkeiten oder historisch und kulturelle Verbundenheit.

 

Zwar gibt es in der Bereichen Rechtsstaatlichkeit und Korruption Fortschritte im Bereich der Gesetzgebung. Dies diesbezügliche Umsetzung ist jedoch mangelhaft.

 

So stellt sich die ultimative Frage. Will die EU, so wie angekündigt, einen weiteren Schritt am Westbalkan setzen und Montenegro bis 2030 aufnehmen oder nicht? Die bisherigen Ankündigungen sind bis dato nicht umgesetzt worden. Sollte die Europäische Union die schon vor Jahrzehnten angekündigte Strategie nicht bald in die Realität umsetzen, treibt man Montenegro (und auch andere Westbalkanstaaten) mehr und mehr in die Kultur Russlands und Chinas.

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